ÜBER
ASHTANGAYOGA


Ursprung aller heutigen Hathayoga-Variationen ist Ashtangayoga. Der Name entspringt dem zweiten Kapitel der Schrift des Philosophen Patanjali, der acht Glieder (aṣṭa aṅga) auflistet, die das yogische Leben bestimmen.

Die harmonische, kraftvolle Kombination von gehaltenen Positionen, die durch Bewegungen miteinander verwoben werden, wird mithilfe von Atem, Energiefluss und Blickpunkten zu Meditation.

Durch die spezielle Atemtechnik (ujjāyī) wird die Gesundheit von Nerven, Organen, Bindegewebe und Gehirn, Stirn- und Nebenhöhlen gefestigt. Die Atemkapazität wird voll ausgelotet, eine positive Grundhaltung wirkt auf den Alltag. Die wechselnden Stimmungen gleichen sich schneller aus, wodurch sich die psychische Grundstruktur stabilisiert und die Gefühle ordnen.

Muskeln, Sehnen, Bänder, Bindegewebe, Organe, Geist und Psyche vermindern ihre Stabilität und Eslastizität nicht, weil sie altern, sondern weil sie nicht trainiert werden.

Ashtangayoga ist für alle Menschen jeglichen Alters und jeglicher Konstitution förderlich, da Alltagsschäden behoben werden, und der Aufbau langsam und dem Individuum angemessen strukturiert ist.

ASHTANGAYOGA
PRAXIS
BEDEUTET
GESUNDHEIT


Ashtangayoga wurde als gesundheitserhaltendes und therapeutisches System entworfen. Der Name der ersten Übungsserie heißt sogar „Therapie von Krankheiten“. Im leistungsoriertierten Westen wird häufig zu viel zu früh gelehrt. Die Tradition wünscht lange Zeit für einen positiven Aufbau, um körperliche und geistige Hindernisse aufzuspüren und langfristig zu beheben. Erst dann werden Kraft und Schnelligkeit zugefügt.

Über die Monate und Jahre der Übungspraxis werden Kondition, Kraft, Dehnung und Stärkung der Mitte in ungekannt hohem Maß aufgebaut. Wir bilden eine weiche und doch feste tiefe Bauchmuskulatur heraus, die die Lendenwirbelsäule stützt, der Beckenboden bildet die tragende Matte für die Organe, die Brustwirbelsäule wird aufgerichtet, das Bindegewebe wird elastisch und bildet sich neu. Arme und Beine werden muskulös und können zueinander und am stabilen Gerüst der Mitte ausgerichtet ihre Funktion erfüllen.

GESCHICHTE DES
ASHTANGAYOGA


Ashtangayoga entwickelte sich seit Beginn aller Yogapraxis in Indien zu einem ausgereiften Gesundheitssystem. In den Wirren der Zeitgeschichte ging viel verloren, doch wurde Ashtangayoga durch Krishnamacarya, der in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts das System in alten Palmblatt-Schriften wiederentdeckte, vor allem im damaligen Königreich Mysore bei Hof, an der Universität und durch öffentliche Demonstrationen in der Bevölkerung zu neuem Leben erweckt.

Einer seiner Hauptschüler, Pattabhi Jois und seine Tochter Sarasvati, brachten Ashtangayoga zur Perfektion und verbreiteten auf Einladung ihr Wissen in der abendländischen Welt. Derzeit führen Sarasvati sowie ihre Tochter und ihr Sohn die Lehre in Indien fort.


Mit den Jahren haben sich jedoch im Westen kompetente Lehrende herausgebildet, die zunächst in Indien eine Basis für ihre eigene Praxis erarbeiteten, ihre Ausbildung jedoch in USA und Europa erhielten.

Inzwischen ist Praxis, Ausbildung und Lehre des Ashtangayoga auch unabhängig von einem Aufenthalt in Indien möglich.

LEHRER FÜR
ASHTANGAYOGA


Die Praxis des Ashtangayoga muss durch ausgebildete Lehrende begleitet werden. Ausgebildet sind alle, die mindestens eine dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule absolviert haben, während dieser auch die persönlichen Praxis in großem Umfang gefördert wird. Ashtangayoga basiert auf der eigenen Praxis der Lehrenden und Übenden. Durch Bücher kann man Yoga nicht fühlen.

ABLAUF EINES
ASHTANGAYOGA
UNTERRICHTS


Die Reihenfolge der mit Bewegung verknüpften Übungen muss durch die Methode des Vinyasa-Krama, des Schritt-für-Schritt Aufbaus, gelehrt werden.

Anfänger beginnen mit wenigen Übungen und dem Fühlen ihres Körpers. Zu Beginn bleibt der meditative Aspekt noch im Hintergrund, da zunächst die Aufmerksamkeit auf dem Erlernen der Atemtechnik und der Therapie körperlicher Fehlhaltungen und Beschwerden, die dem Alltag entspringen, liegt.

Eine lange Zeit der Übungspraxis ohne größere Unterbrechungen in positiver Stimmung geht über zu fortgeschrittener, schnellerer und kraftvollerer Durchführung.

Nach und nach reihen sich Übung für Übung durch die Verbindungsbewegungen mit Leichtigkeit aneinander. Der Geist kann sich auf den regelmäßigen langen Atem, die Blickpunkte und die Energiekontraktionen konzentrieren. Meditation in Bewegung ist entstanden.